Vorlesemonitor

Jedes Jahr zum Bundesweiten Vorlesetag führt das Institut für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen gemeinsam mit DIE ZEIT und Deutsche Bahn Stiftung mit dem Vorlesemonitor eine Studie zum Vorleseverhalten in Deutschland durch. 

Dabei wird immer wieder deutlich: Vorlesen hat einen sehr positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern!

Kinder, denen regelmäßig vorgelesen wird, 

  • verfügen über einen deutlich größeren Wortschatz als Gleichaltrige ohne Vorleseerfahrung,
  • haben im Schnitt bessere Noten und
  • später mehr Spaß am Selbstlesen und im Umgang mit Texten.

In etwa jeder dritten Familie in Deutschland bekommen Kinder von ihren Eltern zu selten oder nie vorgelesen. 
Deswegen gibt es den Bundesweiten Vorlesetag, der mit eurer Hilfe auf die Bedeutung des Vorlesens aufmerksam machen möchte.   

Unsere Studien, die im Folgenden zum Download für Sie bereitstehen, machen deutlich:

Du leistest mit deiner Vorleseaktion einen wichtigen Beitrag für die Chancengleichheit und die Ausbildungsfähigkeit unserer Kinder.

Copyright: Deutsche Bahn / Pablo Castagnola

Vorlesestudie 2021: Kitas als Schlüsselakteure in der Leseförderung


Neben dem Elternhaus ist die Kita der zweite zentrale Vorleseort für Kinder. Für die Vorlesestudie 2021 haben wir erstmalig 507 pädagogische Fachkräfte in Kitas bundesweit befragt: Wie ist das Vorlesen in Kitas verankert? Und wie nehmen die pädagogischen Fachkräfte die Vorlesesituation in den Familien und ihre Rolle gegenüber den Eltern wahr?

Die erfreuliche Nachricht: In 91 Prozent der Kitas erhalten Kinder mindestens einmal am Tag Impulse durch Geschichten. Das Vorlesen wird vielfältig in den Tagesablauf integriert. In allen Kitas geht die Initiative zum Vorlesen auch von den Kindern selbst aus.

Insgesamt schätzen 41 Prozent der pädagogischen Fachkräfte, dass mehr als einem Drittel der von ihnen betreuten Kinder zu Hause nicht vorgelesen wird. Als mögliche Gründe dafür nennen Fachkräfte neben der Nutzung anderer Medien sowie fehlender Zeit und Lust auch eingeschränkte (Vor-)Lesefähigkeiten, wenig Erfahrung sowie Unsicherheiten der Eltern.

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Vorlesestudie 2020: „Wir würden ja, aber es passt nicht in unseren Alltag“ – warum Eltern wenig vorlesen


Rund 32 Prozent der Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern selten oder nie vor – diese Zahl ist seit Jahren konstant. Um der Frage nachzugehen, welche Gründe hinter dieser Zahl stecken, wurden bundesweit 528 Eltern befragt, die maximal einmal pro Woche vorlesen.

Häufig fehlt es an Zeit und Bereitschaft zum Vorlesen. Die Hälfte der Eltern gibt an, dass es im Haushalt anderes zu tun gibt und sie zu erschöpft zum Vorlesen sind. Außerdem denken 48 Prozent der befragten Eltern, dass ihren Kindern woanders schon genug vorgelesen wird, vor allem in der Kita. Auch mangelt es in vielen Haushalten an Vorlesestoff. 68 Prozent der befragten Haushalte geben an, dass ihre Kinder maximal zehn Bücher haben. Die Studie zeigt auf, dass Buchgeschenke die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass Eltern häufiger vorlesen.

49 Prozent der Eltern macht Vorlesen keinen Spaß. Damit gehen sehr kritische Vorstellungen vom Vorlesen einher: Die Eltern glauben, schauspielern und ihre Kinder zum geduldigen Zuhören zwingen zu müssen.

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Vorlesestudie 2019: Warum Vorlesen nicht nur mit Büchern funktioniert – und ein Drittel aller Eltern es dennoch zu selten macht


Viele Eltern fassen den Begriff des Vorlesens zu eng und denken, dass dazu immer ein gedrucktes Buch mit viel Text gehört. Schauen Eltern gemeinsam mit ihren Kindern Wimmelbücher an oder lesen Texte vom E-Reader vor, verstehen dies 23 Prozent nicht als Vorlesen. Mit Babys einfache Bilderbücher zu betrachten, gehört für jeden fünften Befragten nicht dazu – obwohl gerade diese Impulse von Anfang an für die Entwicklung von Kindern wichtig sind.

Rund 32 Prozent aller Eltern in Deutschland lesen ihren Kindern im Vorlesealter von zwei bis acht Jahren zu selten oder nie vor. Dieser Wert hat sich seit 2013 nicht verändert. Die Studie hat zudem ergeben, dass berufstätige Mütter mehr vorlesen, als nicht berufstätige. Väter widmen sich weiterhin zu wenig dem Vorlesen, 58 Prozent von ihnen lesen selten oder nie vor.

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